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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

AG / AN / Nachunternehmer / Nutzer

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AG-, AN-, Nachunternehmer- und Nutzerrollen im FM-Start-up-Prozess

Auftraggeber, Auftragnehmer, Nachunternehmer und Nutzer im FM-Start-up

Ein erfolgreicher FM-Start-up entsteht nicht allein auf Seiten des neuen Dienstleisters. Auftraggeber (AG), Auftragnehmer (AN), Nachunternehmer und Nutzer tragen jeweils unterschiedliche Beiträge zum Betriebsstart bei. Probleme entstehen insbesondere dann, wenn Erwartungen zwar vorhanden, Verantwortlichkeiten und Mitwirkungspflichten jedoch nicht eindeutig festgelegt sind.

Der Start-up muss deshalb die vier Perspektiven frühzeitig zusammenführen und aus dem Vertrag eine tatsächlich funktionierende Betriebsorganisation entwickeln.

AG, AN, Nachunternehmer und Nutzer im FM-Start-up: Rollen, Erwartungen und Schnittstellen klar definieren

Vier Rollen mit unterschiedlichen Interessen

Diese Rollen sind voneinander abhängig. Der Auftragnehmer kann beispielsweise keine belastbare Wartungsorganisation aufbauen, wenn Anlagen- und Vertragsdaten fehlen. Nachunternehmer können ihre Leistungen nicht sicher aufnehmen, wenn Zugänge und Unterweisungen ungeklärt sind. Nutzer wiederum können neue Meldewege nur verwenden, wenn sie rechtzeitig kommuniziert wurden. Genau diese Zusammenhänge kennzeichnen den FM-Start-up als umfassenden Implementierungsprozess.

Rolle

Zentrale Perspektive im Start-up

Typischer Beitrag

Auftraggeber

Sicherheit, Vertragserfüllung, Transparenz

Daten, Freigaben, Entscheidungen, Zugänge

Auftragnehmer

Betriebsfähigkeit und Leistungserbringung

Personal, Prozesse, Systeme, Organisation

Nachunternehmer

Klare Beauftragung und Arbeitsfähigkeit

Fachleistungen, Personal, Nachweise

Nutzer

Funktionsfähigkeit und Servicequalität

Anforderungen, Informationen, Rückmeldungen

Auftraggeber: Voraussetzungen und Entscheidungen bereitstellen

Der Auftraggeber behält auch nach der Vergabe wesentliche Aufgaben.

Eine wesentliche Aufgabe des AG besteht darin, Entscheidungen rechtzeitig herbeizuführen. Fehlende Freigaben können ganze Start-up-Arbeitspakete blockieren.

Im Start-up gehören dazu insbesondere:

  • Bereitstellung vorhandener Objekt-, Anlagen- und Vertragsinformationen,

  • Organisation notwendiger Zugänge und Berechtigungen,

  • Benennung entscheidungsbefugter Ansprechpartner,

  • Prüfung und Freigabe von Start-up-Ergebnissen,

  • Klärung offener Vertrags- und Leistungsschnittstellen,

  • Koordination interner Fachbereiche,

  • Unterstützung bei der Nutzerkommunikation.

Auftragnehmer: Betriebsfähigkeit herstellen

Der Auftragnehmer muss aus den vertraglichen Anforderungen eine leistungsfähige Organisation entwickeln. Hierzu gehören insbesondere Personalbesetzung, Objektleitung, Prozesse, CAFM- beziehungsweise IT-Anbindung, Nachunternehmersteuerung, Berichtswesen und operative Arbeitsvorbereitung.

Entscheidend ist, dass der AN erkannte Daten- oder Dokumentationsdefizite nicht lediglich übernimmt, sondern transparent macht und hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den späteren Betrieb bewertet.

Nachunternehmer frühzeitig einbinden

Spezialisierte Leistungen wie Aufzüge, Brandschutztechnik, Kälteanlagen, Sicherheitstechnik oder bestimmte Prüfleistungen werden häufig durch Nachunternehmer erbracht. Deren Start-up darf nicht erst kurz vor Betriebsbeginn erfolgen. Die FM-Connect-Systematik versteht die frühzeitige Einbindung externer Leistungspartner ausdrücklich als Bestandteil des Start-up-Prozesses.

Zu klären sind insbesondere:

  • Leistungsumfang und Verantwortungsgrenzen,

  • Qualifikation und erforderliche Nachweise,

  • Zugang und Sicherheitsunterweisung,

  • Arbeits- und Eskalationswege,

  • Dokumentationsanforderungen,

  • Reaktionszeiten und Bereitschaften,

  • Schnittstellen zum Auftraggeber und Hauptauftragnehmer.

Nutzer als eigene Perspektive berücksichtigen

Nutzer sind keine passiven Empfänger von FM-Leistungen. Sie melden Störungen, benötigen Services und erleben unmittelbar, ob ein Dienstleisterwechsel funktioniert.

Vor Betriebsbeginn sollten deshalb insbesondere neue Ansprechpartner, Servicezeiten, Ticket- und Meldewege, Zutrittsverfahren sowie wesentliche Änderungen der Leistungserbringung kommuniziert werden. Gleichzeitig können Nutzer wichtige Informationen über tatsächliche Betriebsabläufe und kritische Bereiche liefern.

Schnittstellen verbindlich organisieren

Für wesentliche Start-up-Aufgaben sollte festgelegt werden:

Wer liefert? – Wer prüft? – Wer entscheidet? – Wer führt aus? – Wer wird informiert? – Wer eskaliert?

RACI-Matrizen, Start-up-Terminpläne, Maßnahmenlisten und verbindliche Regelkommunikation machen diese Zuordnung nachvollziehbar.

Eine gute Rollenbasis schafft damit keinen zusätzlichen Verwaltungsaufwand, sondern reduziert Reibungsverluste. Sie verbindet AG-Mitwirkung, AN-Verantwortung, Nachunternehmersteuerung und Nutzerorientierung zu einer gemeinsamen Start-up-Organisation und schafft die Voraussetzung dafür, dass der neue FM-Betrieb vom ersten Tag an steuerbar und belastbar funktioniert.