Zum Inhalt springen
FM-Connect Chat

Hallo! Ich bin Ihr FM-Connect Chat-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?

FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Schulungen und Berechtigungen im FM-Implementierungs- und Kommunikationsprozess

Schulungen und Berechtigungen: Einsatzfähigkeit vor dem Go-live nachweisen

Ein Mitarbeiter kann fachlich qualifiziert und trotzdem am ersten Betriebstag nicht einsatzfähig sein. Fehlende Objektkenntnis, nicht absolvierte Sicherheitsunterweisungen, ausstehende Zutrittsrechte oder noch nicht eingerichtete CAFM-Berechtigungen können die Arbeitsfähigkeit unmittelbar verhindern. Schulungen und Berechtigungen müssen deshalb im FM-Start-up als zusammenhängender Qualifizierungs- und Freigabeprozess organisiert werden.

Die Anforderungen sind aus Rolle, Tätigkeit, Arbeitsumgebung und eingesetzten Systemen abzuleiten. Für die Entwicklung einer FM-Organisation betrachtet ISO 41002:2026 die strategische, taktische und operative Ebene und richtet Organisation und Ressourcen an den Anforderungen der Auftraggeberorganisation und ihrer Nutzer aus.

Schulungen und Berechtigungen im FM-Start-up: Qualifikation, Unterweisung und Einsatzfähigkeit sicherstellen

Qualifikation, Unterweisung und Berechtigung unterscheiden

Für Arbeitsmittel verlangt § 12 BetrSichV vor der erstmaligen Verwendung eine tätigkeitsbezogene Unterweisung. Bei Arbeitsmitteln mit besonderen Gefährdungen ist sicherzustellen, dass diese nur von hierzu beauftragten Beschäftigten verwendet werden. Unterweisungen sind zu dokumentieren. Auch § 12 ArbSchG verlangt Unterweisungen unter anderem bei Einstellung, Veränderungen des Aufgabenbereichs oder Einführung neuer Arbeitsmittel und Technologien vor Aufnahme der Tätigkeit.

Die Begriffe sollten im Start-up nicht gleichgesetzt werden:

Element

Bedeutung im FM-Start-up

Fachqualifikation

Ausbildung, Fachkunde, Sachkunde oder erforderliche Zusatzqualifikation

Einweisung

Objekt-, anlagen- oder systemspezifische Vermittlung

Unterweisung

Tätigkeitsbezogene Information über Gefährdungen und Schutzmaßnahmen

Berechtigung

Organisatorisch oder technisch eingeräumtes Zugriffs- oder Nutzungsrecht

Beauftragung

Ausdrückliche Übertragung bestimmter Tätigkeiten oder Verantwortungen

Schulungsbedarf rollenbezogen planen

Nicht jede Person benötigt jedes Schulungsmodul. Sinnvoll ist eine rollenbasierte Qualifikationsmatrix, die Soll-Anforderungen und vorhandene Nachweise gegenüberstellt.

Im FM-Start-up können insbesondere erforderlich sein:

  • Objekt- und Anlagenkenntnisse,

  • Vertrags- und Leistungsgrenzen,

  • Betreiberpflichten und Verantwortlichkeiten,

  • Arbeitsschutz- und Sicherheitsunterweisungen,

  • Brandschutz- und Notfallorganisation,

  • CAFM- und Service-Desk-Prozesse,

  • Gebäudeautomation und technische Systeme,

  • Datenschutz und Informationssicherheit,

  • Fremdfirmenprozesse,

  • Störungs-, Eskalations- und Rufbereitschaftsverfahren,

  • kunden- und nutzerbezogene Serviceprozesse.

Berechtigungen parallel vorbereiten

Dabei sollten Berechtigungen nur in dem Umfang vergeben werden, der für die jeweilige Rolle erforderlich ist.

Schulungen allein erzeugen noch keine Arbeitsfähigkeit. Parallel müssen beispielsweise organisiert werden:

  • Gebäude- und Technikraumzutritte,

  • Schlüssel und elektronische Zutrittsmedien,

  • CAFM-Benutzerrollen,

  • mobile Anwendungen,

  • GLT- und Automationszugänge,

  • IT- und Netzwerkberechtigungen,

  • Freigaben für besondere technische Tätigkeiten,

  • gegebenenfalls Schalt- oder Bedienberechtigungen.

Einsatzfähigkeit transparent nachweisen

Für jede kritische Rolle empfiehlt sich ein eindeutiger Status:

Person benannt → Qualifikation geprüft → Schulungsbedarf festgelegt → unterwiesen/eingewiesen → Berechtigungen eingerichtet → praktische Funktion getestet → einsatzbereit.

Besonders wichtig ist der letzte Schritt. Ein eingerichteter CAFM-Account sollte beispielsweise praktisch getestet werden; ein Zutrittsmedium muss die tatsächlich benötigten Bereiche öffnen.

Go-live nur mit beherrschten Qualifikationslücken

Kurz vor Betriebsbeginn sollte eine Qualifikations- und Berechtigungsprüfung Bestandteil des Readiness Reviews sein. Offene Punkte sind nach Kritikalität zu bewerten. Fehlende Schulungen für nachrangige Aufgaben können gegebenenfalls nachgeholt werden. Fehlende sicherheitsrelevante Unterweisungen oder notwendige Berechtigungen dürfen dagegen nicht durch Termindruck übersprungen werden.

Ein professioneller Prozess folgt damit der Logik:

Rolle definieren → Anforderungen bestimmen → Nachweise prüfen → schulen und unterweisen → Berechtigungen erteilen → Funktion testen → Einsatzfähigkeit bestätigen → Qualifikation aktuell halten.

So wird aus einer Schulungsliste ein belastbarer Nachweis, dass das FM-Team zum Go-live nicht nur personell vorhanden, sondern fachlich vorbereitet, sicher unterwiesen und tatsächlich handlungsberechtigt ist.