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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Start-up-Plan und Hypercare im FM-Implementierungsmanagementprozess

Der Start-up-Plan ist das zentrale Steuerungsinstrument für die Implementierung eines neuen Facility-Management-Vertrags. Er führt alle Maßnahmen zusammen, die erforderlich sind, damit der Auftragnehmer zum vereinbarten Go-live personell, technisch,

Der Start-up-Plan ist das zentrale Steuerungsinstrument für die Implementierung eines neuen Facility-Management-Vertrags. Er führt alle Maßnahmen zusammen, die erforderlich sind, damit der Auftragnehmer zum vereinbarten Go-live personell, technisch, organisatorisch und digital betriebsfähig ist. Dabei endet die Planung nicht am ersten Betriebstag. Eine ausdrücklich vorgesehene Hypercare-Phase stellt sicher, dass Anlaufprobleme nach dem Go-live schnell erkannt und behoben werden.

Damit entsteht ein durchgängiger Prozess:

Mobilisierung → Implementierung → Readiness-Prüfung → Go-live → Hypercare → stabiler Regelbetrieb.

Start-up-Plan und Hypercare im FM: Implementierung strukturieren und Betriebsstabilität sichern

Start-up-Plan als integrierten Gesamtplan aufbauen

Ein belastbarer Start-up-Plan darf nicht lediglich eine Sammlung einzelner Termine sein. Er muss Abhängigkeiten zwischen Auftraggeber, Auftragnehmer, Nachunternehmern und internen Fachbereichen sichtbar machen.

Zu berücksichtigen sind insbesondere:

  • Governance, Projektorganisation und Eskalation,

  • Personalaufbau und Schlüsselrollen,

  • Beschaffung und Betriebsmittel,

  • Nachunternehmermobilisierung,

  • Anlagen-, Flächen- und Dokumentenübernahme,

  • CAFM-, IT- und Schnittstelleneinrichtung,

  • Wartungs- und Prüfplanung,

  • Betreiberverantwortung und Compliance,

  • Service Desk und Rufbereitschaft,

  • Nutzerkommunikation,

  • Schulungen und Berechtigungen,

  • Reporting, SLA und KPI,

  • Notfall- und Ersatzverfahren,

  • Go-live-Vorbereitung und Hypercare.

Meilensteine mit Ergebnissen verbinden

Phase

Erwartetes Ergebnis

Kick-off

Rollen, Termine und Steuerungsstruktur festgelegt

Mobilisierung

Personal und Ressourcen verbindlich disponiert

Datenübernahme

Betriebsrelevante Informationen verwendbar

Prozessaufbau

Regel-, Störungs- und Notfallprozesse eingerichtet

Readiness Review

Go-live-Kriterien systematisch bewertet

Go-live

Auftragnehmer übernimmt den operativen Betrieb

Hypercare

Anlaufprobleme werden engmaschig gesteuert

Exit Hypercare

Betrieb ist ausreichend stabil und regelsteuerbar

Go-live nicht mit Projektabschluss verwechseln

Am Go-live-Tag beginnt der neue Regelbetrieb, aber häufig noch nicht unter vollständig stabilisierten Bedingungen. Gerade in den ersten Tagen werden Schwachstellen sichtbar, die sich in Planungsunterlagen und Tests nur eingeschränkt erkennen lassen: Berechtigungen funktionieren nicht, Stammdaten sind unvollständig, Eskalationswege müssen nachgeschärft oder Dienstleister besser koordiniert werden.

Diese Themen sollten nicht improvisiert behandelt werden. Sie gehören in eine geplante Hypercare-Organisation mit erhöhter Steuerungsintensität.

Hypercare als kontrollierte Stabilisierungsphase

Während der Hypercare-Phase werden insbesondere Störungen, Beschwerden, fehlende Daten, Prozessabweichungen und organisatorische Probleme engmaschig verfolgt. Zweckmäßig sind kurze operative Abstimmungen und ein transparentes Maßnahmenmanagement.

Dabei sollte unterschieden werden zwischen:

kritischen Betriebsstörungen – Start-up-Restpunkten – normalen Regelbetriebsaufgaben – Optimierungsthemen.

So wird verhindert, dass die Start-up-Organisation dauerhaft jede operative Einzelaufgabe übernimmt.

Exit-Kriterien vor Beginn festlegen

Hypercare sollte nicht allein nach Ablauf einer bestimmten Anzahl von Wochen beendet werden. Entscheidend ist, ob der Betrieb ausreichend stabilisiert ist.

Mögliche Exit-Kriterien sind beispielsweise eine stabile Personalbesetzung, funktionierende CAFM-Prozesse, beherrschte Störungs- und Rufbereitschaftsprozesse, vollständige kritische Prüfplanung, arbeitsfähige Nachunternehmer und ein etabliertes Reporting. Wesentliche offene Punkte müssen mit Verantwortlichkeit und Termin in den Regelbetrieb übergeben sein.

Ein professioneller Start-up-Plan verbindet damit Termine, Leistungen, Abhängigkeiten, Risiken, Readiness und Stabilisierung. Hypercare bildet dabei keinen nachträglichen Reparaturmodus, sondern einen bewusst eingeplanten Bestandteil der Implementierung. Erst wenn der neue FM-Betrieb ohne außergewöhnliche Projektunterstützung zuverlässig gesteuert werden kann, ist der Start-up tatsächlich abgeschlossen.