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Beschaffung & Ressourcenplan

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Beschaffung und Ressourcenplanung im Facility-Management-Implementierungsprozess

Beschaffung und Ressourcenplanung für einen arbeitsfähigen FM-Betrieb

Ein Facility-Management-Vertrag kann zum vereinbarten Leistungsbeginn nur funktionieren, wenn die erforderlichen Ressourcen tatsächlich verfügbar und einsatzbereit sind. Der Beschaffungs- und Ressourcenplan gehört deshalb zu den zentralen Instrumenten des Auftragnehmers im FM-Start-up. Er übersetzt Leistungsbeschreibung, Betriebskonzept und Personalmodell in konkrete Beschaffungs-, Bereitstellungs- und Prüfungsvorgänge mit eindeutigen Terminen und Verantwortlichkeiten.

Dabei reicht es nicht, Ressourcen lediglich zu bestellen. Zum Go-live müssen sie geliefert, eingerichtet, geprüft, gegebenenfalls zugelassen und den vorgesehenen Mitarbeitern tatsächlich zur Verfügung gestellt sein.

Beschaffung und Ressourcenplan im FM-Start-up: Personal, Geräte und Arbeitsmittel rechtzeitig bereitstellen

Ressourcen vollständig erfassen

Die bestehende FM-Connect-Systematik stellt entsprechend Personal, Geräte, Materialien und digitale Arbeitsmittel in den Mittelpunkt der Ressourcenplanung.

Ressourcenplan mit Vorlaufzeiten verbinden

Ressource

Kritischer Planungsaspekt

Personal

Rekrutierung, Kündigungsfristen, Qualifikation

Nachunternehmer

Vergabe, Vertrag, Mobilisierung

Fahrzeuge

Bestellung, Leasing, Zulassung

Maschinen

Lieferzeit, Prüfung, Einweisung

Messgeräte

Kalibrierung und Prüfstatus

IT-Hardware

Beschaffung, Konfiguration, Security

Software

Lizenzierung, Rollen und Berechtigungen

Ersatzteile

Kritikalität und Lieferfähigkeit

Betriebsmittel

Mindestbestand und Nachversorgung

Nicht nur Verfügbarkeit, sondern Einsatzbereitschaft prüfen

Eine Ressource gilt erst dann als bereitgestellt, wenn sie für den vorgesehenen Zweck tatsächlich genutzt werden kann. Bei einem Tablet bedeutet dies beispielsweise nicht nur physische Lieferung, sondern auch Konfiguration, Benutzerkonto, CAFM-Zugang und getestete Verbindung. Bei einem Messgerät gehören gegebenenfalls Kalibrierung, Kennzeichnung und Einweisung dazu.

Für kritische Ressourcen sollte deshalb zwischen mehreren Statusstufen unterschieden werden:

Bedarf festgestellt → freigegeben → bestellt → geliefert → eingerichtet → geprüft → zugeordnet → einsatzbereit.

Dadurch wird früh sichtbar, an welcher Stelle Verzögerungen entstehen.

Reserven und Ausfallszenarien berücksichtigen

Eine Start-up-Planung, die ausschließlich den rechnerischen Mindestbedarf betrachtet, ist häufig zu knapp. Gerade für betriebsrelevante Leistungen sollten Ausfälle berücksichtigt werden.

Die notwendige Reserve sollte sich nach Kritikalität, Wiederbeschaffungszeit und möglicher Betriebswirkung eines Ausfalls richten.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Vertretung für Schlüsselpersonen,

  • Ersatzgeräte für kritische Arbeitsmittel,

  • Mindestbestände häufig benötigter Ersatzteile,

  • alternative Lieferanten,

  • Reservefahrzeuge,

  • Ausweichverfahren bei IT-Störungen,

  • Vertretungsunternehmen für spezialisierte Leistungen.

Auftraggeberabhängigkeiten gesondert kennzeichnen

Nicht alle Ressourcen liegen vollständig in der Verantwortung des Auftragnehmers. Schlüssel, Räume, bestimmte IT-Zugänge, CAFM-Berechtigungen oder Zugänge zu technischen Anlagen können Mitwirkungsleistungen des Auftraggebers voraussetzen.

Der Ressourcenplan sollte deshalb eindeutig unterscheiden:

AN beschafft – AG stellt bereit – gemeinsam einzurichten – durch Dritte bereitzustellen.

So lassen sich kritische Abhängigkeiten rechtzeitig eskalieren.

Ressourcenbereitschaft als Go-live-Kriterium

Kurz vor Betriebsbeginn sollte der Auftragnehmer eine formale Ressourcenprüfung durchführen. Wesentliche Ressourcen müssen vorhanden, funktionstüchtig und den verantwortlichen Personen zugeordnet sein. Offene Punkte werden nach Betriebsrelevanz bewertet und mit belastbaren Interimslösungen versehen.

Ein professioneller Beschaffungs- und Ressourcenplan folgt damit der Logik:

Bedarf ermitteln → Verantwortlichkeit festlegen → Vorlaufzeit bestimmen → beschaffen → bereitstellen → prüfen → zuordnen → Einsatzbereitschaft bestätigen.

Damit wird Ressourcenplanung vom Einkaufsprozess zu einem wesentlichen Instrument der Go-live-Sicherung und operativen Betriebsfähigkeit.